Taktvoll untergehen (Barock)
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Von der höfischen Prunksucht im Zeitalter des Barock zeugen heute noch die vielbewunderten Schlösser und Gärten in Versailles oder Charlottenburg. Sie erstreckt sich aber auch auf verhältnismäßig kleine Dinge wie den Taktstock. So kommen im Frankreich des Sonnenkönigs Ludwig XIV. mit aufwendigen Ornamenten geschmückte Taktstöcke in Mode, mit denen die Dirigenten den Takt regelrecht auf den Boden stampfen. Dabei kann es auch zu Unfällen kommen. Besonders dramatisch geschieht dies beim berühmten Komponisten Jean-Baptiste Lully (1632-1687). Beim Dirigieren einer eigenen Komposition schlägt er sich mit dem schweren Taktstock derart vehement auf die eigene Zehe, dass sich die Wunde infiziert und er kurz danach an Wundbrand stirbt. So sind es der ausgeprägte Ordnungswillen und die Prunksucht, die ihn das Leben kosten.